Projekt Nr. 51
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NFTs und die Folgen – ab 2015
Was bedeutet die Abkürzung?
NFT steht für Non-Fungible Token – auf Deutsch: nicht austauschbares Wertzeichen. Das klingt technisch, meint aber etwas Einfaches: einen digitalen Echtheitsnachweis. Ein NFT ist ein Eintrag in einer Blockchain – einer Art öffentlichem, dezentralem Kassenbuch – der besagt: dieses digitale Objekt gehört dieser Person.

Was ist der Unterschied zu Bitcoin?
Bitcoin ist fungibel – austauschbar. Ein Bitcoin ist genau so viel wert wie jeder andere Bitcoin. So wie ein Zwanziger genau so viel wert ist wie jeder andere Zwanziger.

Ein NFT ist das Gegenteil: einmalig, nicht austauschbar. So wie ein signiertes Originalgemälde einmalig ist. Nur dass beim NFT das "Original" eine digitale Datei ist – ein Bild, ein Video, ein Tweet – die technisch beliebig oft kopiert werden kann. Was man beim NFT kauft, ist nicht die Datei selbst, sondern der Blockchain-Eintrag, der besagt: ich besitze das Original.
Das war die zentrale Idee: digitale Knappheit zu erzeugen, wo vorher keine war.

Die Technik existiert seit 2015, aber der eigentliche Start war 2017 mit CryptoKitties – digitalen Sammelkatzen, die auf der Ethereum-Blockchain gehandelt wurden. Das Netz verstopfte damals vor lauter Katzenverkäufen.

Der eigentliche Hype begann 2020 und explodierte 2021. Der Auslöser war eine Auktion bei Christie's: das Kunstwerk Everydays: The First 5000 Days des Künstlers Beeple wurde für 69 Millionen Dollar verkauft. Das war der Moment, in dem die Mainstream-Welt aufmerksam wurde.

Der Hype
2021 wurde der NFT-Markt auf über 25 Milliarden Dollar geschätzt. Das Christie's-Resultat hatte den Sektor für traditionelle Sammler legitimiert, die Krypto-Währungen vorher ignorierten. Plötzlich verkauften alle: Musiker, Sportler, Influencer, Zeichner. Digitale Affen (Bored Ape Yacht Club), Pixel-Charaktere (CryptoPunks), generierte Kunstwerke – alles fand Käufer.

War das so was wie ein Kettenbrief? Nicht ganz – ein Kettenbrief funktioniert nur, wenn neue Teilnehmer einsteigen und die alten auszahlen. Bei NFTs war es eher klassische Spekulationsblase: der Preis steigt, weil alle glauben er steigt weiter. Man kauft nicht weil das Objekt einen Wert hat, sondern weil man hofft, es teurer weiterzuverkaufen. Das nennt sich Greater Fool Theory – die Theorie des noch Dümmeren: man kauft überteuert, weil man darauf setzt, dass sich jemand noch Dümmeres findet, der noch mehr zahlt.
Der Zusammenbruch

2025 ist der Art-NFT-Markt auf 23,8 Millionen Dollar gefallen – vom Höchststand von 2,9 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Rückgang von über 99%. Der durchschnittliche Preis pro NFT-Verkauf fiel zwischen Mai 2022 und Februar 2023 um 92% – von 3.894 Dollar auf 293 Dollar.

Justin Biebers Bored Ape Yacht Club NFT fiel von 1,31 Millionen Dollar auf 59.090 Dollar. Logan Pauls Azuki NFT, für 623.000 Dollar gekauft, ist heute 10 Dollar wert. Wortwuchs
Warum zusammengebrochen? Mehrere Faktoren gleichzeitig: Der Krypto-Markt insgesamt brach ein. Die Plattform FTX, eine der größten Krypto-Börsen, meldete Ende 2022 Insolvenz an – mit Betrugsvorwürfen gegen den Gründer. Das Vertrauen in den gesamten Sektor kollabierte. Gleichzeitig endeten die Covid-Hilfszahlungen, Inflation stieg, Menschen wurden vorsichtiger mit Risikokapital. Und: niemand fand mehr Käufer.

Was bleibt
Die Technik ist nicht verschwunden. Blockchain-Einträge für digitale Besitznachweise werden in bestimmten Bereichen weiter genutzt – Gaming, Lizenzrechte, Provenienznachweis für physische Kunstwerke. Aber als Spekulationsobjekt und Hype-Phänomen ist der NFT-Markt auf ein Niveau zurückgefallen, das realen Nutzern entspricht: sehr klein.

Für Bildende Künstler war das Fenster kurz und meist nicht zugänglich ohne technisches Wissen, Krypto-Wallet und das richtige Netzwerk. Wer rechtzeitig drin war und rechtzeitig wieder raus – gut für sie. Die meisten anderen haben zugeschaut oder Scam-Nachrichten bekommen.

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