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16. Mai 2004
15.05.2004
Ausschnitte aus einem Gespräch mit dem einstigen CIA-Agenten K. Barton Osborn über das "Phoenix"-
Programm in Südvietnam zwischen 1968 und 1972:

Sie hatten die Methode, einen Holzpflock reinzustoßen oder irgendwas anderes aus Holz in Form eines Bleistifts, direkt ins Ohr des Individuums. Und dann im Verlaufe der Befragung schlugen sie den Pflock immer weiter und weiter in das Ohr. Und an einem Punkt wurde eben jemand, der von mir als Vietcong-verdächtig gemeldet worden war, dabei leider getötet, beim gewaltsamen Hintreiben des Holzpflocks in seinen Gehörgang, obwohl es gar nicht die Absicht gewesen sein mag, ihn umzubringen mit dieser Art Folter.

Waren nun die Männer, die diese Vernehmung durchführten, erschrocken, als der Gefangene tot war?

Verärgert. Ich denke, das trifft es besser.

Worüber waren sie verärgert?

Sie hatten einfach keinen Erfolg gehabt. Sie meinten wohl auch, dass man mit Vietnamesen nicht eben zaghaft umzuspringen braucht und bauten Mist, zumindest
dieses Mal - sie hatten nicht die gewünschten Informationen bekommen.

[...]

Sie haben viele Verhöre und Folterungen mit beobachten können. Haben Sie die Ergebnisse dieser Folterungen noch im Gedächtnis?

Ich glaube nicht, dass irgend jemand diese Dinge vergessen kann. Weil ich während der ganzen Zeit, die ich in Vietnam war, und bei all den Vernehmungen, denen ich beiwohnen konnte, niemanden sah, der lebend da herauskam.

[...]

Es gab einen Fall, da hatte mir einer meiner Agenten eine Frau gemeldet, die ihm sehr verdächtig war. Er glaubte, sie sei Mitglied einer Mannschaft für politische Ausbildung in ihrem Dorf. Und diese Frau sperrte man dann in eines der Marine-Arrestzentren bei Da Nang. Mir wurde gesagt, man halte sie dort fest und verhöre sie in gewissen Abständen. Und wirklich habe ich dort mehrere Wochen lang diese Frau gesehen. Sie hockte in einem Käfig, der war schätzungsweise vier mal vier Fuß groß. Und von Tag zu Tag sah ich sie schwächer und immer schwächer werden. Sie bekam nichts zu essen, sie bekam kaum Wasser, und sie hatte nichts, um ihre Notdurft zu verrichten. Das verschlimmerte ihre Lage natürlich immer mehr. Bis ich eines Tages vorbeiging und sah, sie war nicht mehr in ihrem Käfig. Und ich fragte den Vernehmungschef: Was ist denn mit ihr? Er sagte, sie ist tot. Wie? Gestorben durch Mangel an Nahrung. Sie ist verhungert.
Es ist doch schon spaßig, dass in den 70iger Jahren nie-
mand sich vorstellen konnte, dass die in
der BRD einsitzen-
den Mitglieder der
raf und des 2. Juni
NICHT gefoltert
wurden...

Für ihren Dokumentarfilm über
das Unternehmen Phoenix
konnten die Publizisten Walter
Heynowski und Gerhard Scheu-
mann (Studio H & S) 1979 den
Amerikaner K. Barton Osborn
interviewen - einen "Agenten"
der CIA, wie er sich selbst
nannte, der als Berater für das
Phoenix-Programm in Südviet-
nam stationiert war. Vier Jahre
nach Ende des Vietnam-Krie-
ges erinnerte sich Osborn an
"Befragungen", wie sie seiner-
zeit in den Phoenix-Verhör-
zentren üblich waren. So do-
kumentiert von Freitag Nr. 21,
14.05.2004.
Homepage: www.freitag.de
Gab es in diesem Vernehmungszentrum nur einen Käfig dieser Art oder gab es mehrere?

Jedes der Zentren hatte vier dieser Käfige ...
*




14.05.2004
Lieblingspfeile

Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 189
Lieblingspfeil Nr. 189
Heute: Lieblingspfeil Nr. 189
Über das Pfeil - Blitz - Verhältnis (III)

Dieser Pfeil hält sich an die Regel, dass kein Pfeil um mehr als 90 Grad abknicken darf, wenn er eindeutig zur
Menge der Pfeile gerechnet werden will. Und so kann er zwei Mal seine Richtung wechseln, ohne dass man unsicher wird, ob man hier noch einen Pfeil oder schon einen Blitz sieht.

Siehe auch Einträge I und II zum Pfeil-Blitz-Verhältnis vom 4. und 5. Mai.


13.05.2004
Laien fragen – Experten antworten

»Frage: Was bedeutet es, wenn Demü-
tigungen vor dem Auge einer Kamera inszeniert werden?

Medienwissenschaftler Joseph Vogl in einem Interview mit Thomas Assheuer in Zeit, 13.5.2004

Ausgestellt werden müssen also die Nebenprodukte?

Antwort: Das weiß ich nicht. [...]«*

----------------------------------------------


»
Frage: Der Mord wird ausgelöst durch den Bedarf an schockierenden, authentischen Bildern.

Antwort: Die Bilder sind Nebenprodukt. Viel wichtiger ist das Moment des Triumphs. Wenn man die Geschichte und die Praktiken der Folter weltweit betrachtet, dann steht im Kern des Aktes die Vernichtung des Opfers durch das Gelächter des Folterers, im Zuwachs an Lebendigem, der aus dieser Macht rührt. Und dieses Gelächter muss ausgestellt werden.
Folter hat diesen Inszenierungscharakter.
Klaus Theweleit (als "der Phi-
losoph") im Gespräch mit Sonja Zekri in der SZ vom 13.5.2004


[...] Folter braucht Zeugen*



12.05.2004
Jahrestage

Weitere Ausschnitte aus den Jahrestagen von Johnson:
19.04.2004
22.04.2004

»Das Zitat des Tages: "Wir haben dreimal versucht, eine Straße hinunterzukommen, und bisher haben wir fünf Tote und siebzehn Verwundete in meiner Kompanie. Ich pfeif drauf, wer heute Geburtstag hat, wir gehen wieder vor und räuchern sie aus," – Stabsfeldwebel Herman Strader in Saigon, wo gestern der 2512. Geburtstag Buddhas gefeiert wurde.«
© by the New York Times Company





Der kurze Text links ist der Beginn des Eintrags für den 12. Mai 1968 in dem Buch "Jahrestage"* von Uwe Johnson.

Das jetzt wahrgenommene "Echo von Vietnam" ist die erneute Empörung
über die
Ignoranz der Invasoren und die Fassungslosigkeit über deren ideologische Verblendung...



Auftragszeichnung
11.05.2004
Lieblingspfeile

Lieblingspfeil Nr. 188 Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 188
Lieblingspfeil Nr. 188
Heute: Lieblingspfeil Nr. 188
Lebe billig!

Dieser Pfeil wirkt
nicht billig, sondern mehr wie durch ein Erdbeben
zerrüttet. Bzw. wie
ein Pfeil, der so aussehen will, als sei er durch ein Beben zerrüttet worden – also
nicht besonders authentisch.

Wirklich billig wirkt der Versuch, durch
die Gestaltung des Pfeils und die eingesetzten Farben um jeden Preis Aufmerksamkeit erhalten zu wollen. Diese Wirkung aber wird bewusst wieder durch selbstironisch wirken sollende Texte abgeschwächt.

Einen erfolgreich das Thema "billig" visualisierenden Pfeil ist in dem Eintrag
vom 17.08.2003
zu sehen.


10.05.2004
Lieblingspfeile

Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 187 - Variante Berlin
Lieblingspfeil Nr. 187 – Variante Berlin
Heute: Lieblingspfeile Nr. 187
Gefüllte Pfeilspitzen

2 Versionen der gefüllten Pfeilspitze:

Die Berliner Ausführung habe ich auf einem handgemachten Plakat in Kreuzberg (am Rauchhaus) gefunden. Erstaunlicher Weise ist es kontrollierter gezeichnet, als das Schild in einem Schaufenster eines Ladens, der Bustickets in China Town (New York City) verkauft... die Mitarbeiter waren offensichtlich genervt von den vielen Fragen, wo denn die nächsten Subway-Stationen sind.

Den meisten gefüllten Pfeilspitzen merkt man das Bemühen an, die "Zeige-
Wirkung" zu verstärken... weshalb sie immer auch ein wenig naiv wirken.



Lieblingspfeil Nr. 187 - Ansicht Poster Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 187 - Variante New York City
Lieblingspfeil Nr. 187 – Variante New York City
09.05.2004
FEED ME / HELP ME / EAT ME / HURT ME

Die Zeitung The Guardian berichtete unter Berufung auf einen ehemaligen Elitesoldaten, einige britische und amerika-
nische Truppen lernten in ihrer Ausbildung die entsprechenden Techniken, um im Falle einer eigenen Gefangennahme ge-
gen etwaige Misshandlungen resistent zu sein. Das System
sei unter dem Namen R2I (Resistance to Interrogation - Widerstand im Verhör) bekannt. Die speziellen Techniken seien offenbar planlos und ohne Wis-
sen um die Konsequenzen bei irakischen Gefangenen ange-
wendet worden. Zu den Prak-
tiken gehören demnach neben dem Zwang, lange Zeit nackt zu bleiben, auch Schlaf- und Wär-
meentzug sowie das Überstülpen von Kapuzen.
Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 186
Neben Waschmittel und Pasta Sauce gibt es auch Beamer bei "real,-" zu kaufen...
Wie die Zeiten sich ändern: zu Zeiten von "Anthro/Socio" 1991 von Bruce Nauman (zu sehen auf der dokumenta IX) kosteten nicht besonders lichtstarke Beamer ein Vermögen und man machte sich schlaue Gedanken zu "Körperlichkeit in der Postmoderne" – heute gibt es ganz selbstverständlich Beamer in "real,-" - Märkten zu kaufen und jeder, eben auch Soldaten, hat inzwischen eine Digital-Kamera. Und Foltermethoden* inspirieren nicht mehr nur Künstler wie Nauman zu Arbeiten, sondern Folterbilder tauchen in der normalen Presse auf.

Die "politische Wende im Irak-Krieg" kommt – wenn denn – nicht allein wegen der öffentlich gewordenen Bilder von Folter und Mord, sondern wegen des so klar in in den Bildern sichtbar werdenen Rassismus.




08.05.2004
Umpf...

»Und wissen Sie, das Holocaust-Mahnmal genau im Stadtzentrum zu bauen, ist eine erstaunliche Entscheidung. Es ist gut, es zu machen, ich habe dagegen gekämpft, es woanders hinzubauen, aber ich denke
auch,
es wird dem Leben in der Stadt nicht zugute kommen.
Berlin ist wie Washington.
Und Washington ist tot.

Es ist eine symbolische Stadt. Ich würde dort um keinen Preis hinziehen.«
Peter Eisenman im Interview mit Anja Reich.
In: Berliner Zeitung, 08. Mai 2004
Nun gut – war das nicht die Hoffnung, dass die historische Mitte von Berlin dadurch entgültig erledigt ist? Eine Mischung aus Bannmeile, Stadtrundfahrt-Zwischenstopp und Anti-Terror-Einheiten vor der zukünftigen amerikanischen Botschaft, wird, so dachte man, für keinen Bewohner der Stadt interessant sein. Die Berliner würden diese "symbolische" und "tote" Mitte ruhig links liegen lassen können und sich anderswo amüsieren.

Aber es zeigt sich schon jetzt: die tote Mitte bekommt der Stadt nicht gut. Und viele Westler, die für das Mahnmal waren, dachten wohl, dass sie so auch für den
Q-Damm stimmten.




07.05.2004
Lieblingspfeile

Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 186
Lieblingspfeil Nr. 186
Heute: Lieblingspfeil Nr. 186
Verpfeilte Buchstaben

Wohl mehr ein tag als ein Graffiti mit einem verpfeilten "S" und, schlechter zu erkennen, einem verpfeilten "n" – gefunden bei den Marktständen des gestern von mir besuchten Marktes.
(Rechts unten ragt eine Obstkiste in's Bild).


06.05.2004
Pfeil-Situation_003

Marktstand mit Pöbler (links) und Schild mit Pfeil
Marktstand mit Pöbler (links) und Schild mit Pfeil (rechts)
Selten bin ich, so übel wie unnötig, angepöbelt worden, wie auf diesem kleinen Markt im Norden Berlins von dem, links im Bild zu sehenden und von mir unkenntlich gemachten, Herrn, als ich mich anschickte, sein Werbeschild für frischen Spargel zu fotografieren.

Natürlich fällt mir die Unfreundlichkeit der Berliner nach einem längeren Auslandsaufenthalt deutlicher auf – aber ich glaube schon, dass der Ton in den letzten Jahren
rauher geworden ist.

Inzwischen fange ich an, die – von mir in solchen Situationen möglichst langgezogene –
Pause zwischen einem arschigen Pöbelanfall und dem dann nötigen Zurückraunzen, also diesen Moment, in dem man sich einfach nur anguckt, zu genießen.



05.05.2004
Lieblingspfeile

Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 185
Lieblingspfeil Nr. 185
Heute: Lieblingspfeil Nr. 185
Über das Pfeil - Blitz - Verhältnis (II)

Ist das schon ein Blitz oder noch ein Pfeil, was einem da deutlich machen soll, dass ein Gewicht auf einen fallen könnte? Und kann etwas nicht Elektrisches Blitze aussenden? Und was bedeutet die zackige Linie im Oberkörper des Figürchens?

Gefunden habe ich diesen Warnhinweis in NYC an einem großen Kranwagen mit ausziehbaren Auslegern.

04.05.2004
Lieblingspfeile

Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 184
Lieblingspfeil Nr. 184
Heute: Lieblingspfeil Nr. 184
Über das Pfeil - Blitz - Verhältnis (I)

Wann ist ein Pfeil noch ein Pfeil – und wann ist er eben kein Pfeil mehr, sondern ein Blitz?

Eigentlich gilt: kein Pfeil knickt in seiner Pfeilbahn
mehr als 90 Grad (spitzer Winkel) ab. Links aber sehen wir eine Ausnahme.

Und: atypische Pfeile – also Pfeile, die in der Menge der Pfeile eher
Außenseiter sind – weisen in der Regel nicht den Weg zu noblen Geschäften, wie hier zu einer Niederlassung einer teuren Automarke.


03.05.2004
Lieblingspfeile

Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 183
Lieblingspfeil Nr. 183
Heute: Lieblingspfeil Nr. 183
Ein Ein-Strich-Pfeil als Lichtreklame

Man kann als Café "Marx" heissen und den links zu sehenden, dem Style der 80iger Jahre verpflichteten, Hinweispfeil auf sich hinweisen lassen – und doch gut besucht werden. Das geht so zumindest in Berlin-Kreuzberg...

02.05.2004
Lieblingspfeile

Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 182 Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 182
Lieblingspfeil Nr. 182
Heute: Lieblingspfeile Nr. 182
Verpfeilte Buchstaben

Elektro-Firmen haben häufig Pfeile in ihren Logos – wo eigentlich Blitze ge-
meint sind. Hier, mit den jeweils ver-
längerten Schenkeln des "
V" und des "M", haben die Pfeile im Zusammen-
spiel mit den zackigen Buchstaben durchaus etwas Blitziges...


Ein weniger gelungenes Firmenlogo eines Ladens für Elektoanlagen zeigt Lieblingspfeil Nr. 021.



01.05.2004
Schöner Wochenendausflug

Hannes Kater - Lieblingspfeil Nr. 172
Wand- uns Styroporbezeichnung in Hellblau, Rot, Grau
und mit grüner Schnur und dunkelblauem Tape
Detail meines Beitrags zu einem Werk-
stattbericht des
Instituts für biologische Plastik (ibiop) vom Reiner Matysik und seinen Studenten im Projektraum der Kunsthochschule Braunschweig.

Der vollständige Text in der Zeichnung:
"Wir gehen nicht davon aus, dass Unsinn einen Sinn hat, der darin besteht, keinen Sinn zu haben. Wir haben verstanden, dass Unsinn seinen eigenen Sinn aussagt und weisen darauf hin, dass Sinn und Unsinn in einem besonderen Verhältnis zueinander stehen, das nicht dem Ver-
hältnis von wahr und falsch nach
gebildet, also als ein Ausschlussverhältnis begriffen, werden kann."



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Pfeil runter 30. April 2004
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